Die Ortsgruppe Degerschlacht des Schwäbischen Albvereins feiert ihr 70-jähriges Bestehen
Dias aus alten Zeiten weckten Erinnerungen. Akkordeonmusik lud zum Genießen, Schunkeln und Mitsingen ein. Die Ortsgruppe Degerschlacht des Schwäbischen Albvereins feierte am 16. Oktober ihr 70-Jähriges Jubiläum im Gemeindehaus in der Leopoldstraße.
Seit dem ersten Tag dabei
„Ich bin doch schon bei der Jahresversammlung geehrt worden“, erklärte Rainer Hägele, als Thomas Keck, Präsident des Schwäbischen Albvereins ihn zu sich nach vorne bat. „Ja, schon“, antwortete Keck, „Damals aber für 70 Jahre Mitgliedschaft.“
Rainer Hägele war vom ersten Tag dabei. Damals war er gerade mal zehn Jahr alt. Diesmal galt die Auszeichnung jedoch seinem langjährigen ehrenamtlichen Einsatz als Wanderwart.
Mit Erinnerungen und der Zukunft im Blick
70 Jahre, so Keck in seiner Ansprache, nach der Bibel sei das ein ganzes Menschenleben. Als die Ortsgruppe damals gegründet wurde, habe der Albverein einen Aufschwung erlebt. Die Mitgliederzahlen seien explosionsartig gestiegen.
Heute sei die Entwicklung eher rückläufig. Die meisten Ortsgruppen überaltern zunehmend.
Umso wichtiger sei es, Kinder, Jugendliche und Familien für den Verein zu gewinnen. „Wer als Kind hier bereits schöne Sachen erlebt hat, kommt zurück“, sagte Keck. Familiengruppen und eine lebendige Jugendarbeit hätten deshalb eine besondere Bedeutung.
Beitragsanpassungen allein reichten nicht aus, um den Verein zukunftsfähig zu machen. Auch inhaltlich müsse etwas passieren, damit der Albverein für die Menschen attraktiv bleibe.
Auch die wirtschaftliche Situation sei in Zeiten knapper Kassen eine Herausforderung. Man prüfe zur Zeit im Hautverein, welche Maßnahmen für die Wanderheime und Türme nötig würden. Von einigen Objekten werde man sich auch trennen müssen.
Sicherlich würden auch Einsparungen erforderlich. Doch am Naturschutz wollte man auf keinen Fall sparen. Hier wolle man künftig eher mehr Aufgaben übernehmen. Schließlich sei der Albverein ein staatlich anerkannter Naturschutzverband. Und daran wolle man auch festhalten.
Keck sieht den Albverein als demokratischen Verein, in dem sich die Ortsgruppen ernst genommen fühle und Themen offen diskutiert würden. Für Familien und Jugendliche wieder mehr auf die Beine zu stellen, sei ein gemeinsames Ziel. „Ich bin da“, versprach er.
Ein Dank an die Menschen, die den Verein tragen
Keck gratulierte der Ortsgruppe zu ihrem 70-jährigen Bestehen und würdigte die Menschen, die das Vereinsleben mit ihrem Einsatz ermöglichen. Neben Rainer Hägele hob er besonders das Engagement von Doris Sautter und Gerhard Stolz hervor. Sie seien Ehrenamtliche, „wie sie im Buche stehen“.
Auch Bezirksbürgermeisterin Ute Dunkl überbrachte Glückwünsche. Der Vorsitzenden Doris Sautter überreichte sie einen Umschlag mit einem kleinen Geburtstagsgeschenk für den Verein.
Zu einem Jubiläum gehören außerdem Ehrungen für langjährige Treue. Gemeinsam mit Thomas Keck übergab Doris Sautter Ehrennadeln und Urkunden an Simone Boden, Stefanie Kizler, Michaela Müller sowie Brigitte und Siegfried Weiß für jeweils 40 Jahre Mitgliedschaft.
Friedrich Müller wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Klaus Kirschbaum gehört dem Verein bereits seit 60 Jahren an und erhielt dafür ebenfalls Ehrennadel und Urkunde.
„Guck mal, das bist doch du!“
Das Fest war für den Verein ein voller Erfolg. Die Gäste genossen es sichtlich. Peter Schweickert hatte eine Diashow mit Bildern aus den letzten 70 Jahren vorbereitet und immer wieder hörte man aus dem Publikum Sätze wie: „Guck mal, das bist doch du!“ oder „Erinnerst du dich?“ und „Ach ja …“
Die Akkordeongruppe mit echten Steirischen Instrumenten sorgte schließlich für den unterhaltsamen Teil. Schon die Instrumente hatten einen ganz besonderen Klang und die Musiker beherrschten sie perfekt. Die Auswahl der Lieder brachte den Saal zum Schunkeln und am Ende sangen die Gäste begeistert mit.
Kurzum: ein gelungener Abend, der allen in guter Erinnerung bleiben wird.















